Neues aus der Kuchl

Schüttelbrotpasta



Geschüttelt und nicht gerührt wird das traditionelle Gebäck, das Schüttelbrot, aus dem schönen Südtirol (wo ich noch nie war und so gerne mal sein würde), bevor es in Form gebracht und gebacken wird. Dieses Schütteln hat den Sinn den Teig etwas zu lockern, das Ziehen in die typische, flache Form, dass es nach Backen schnell trocknet und somit auch auf Almhütten fern der Zivilisation lange schmeckt.

Gereicht wird es – mindestens ebenso traditionell – mit Speck oder Käse. Dass ich noch keinen Fuß auf das Südtiroler Land gesetzt habe, ist zwar schade und sehr traurig, aber natürlich kannte ich auch schon vor dem Pasta Experiment die Delikatesse. Dass diese aber auch zu Pasta verarbeitet und mit mollig-pikanter Sauce gereicht wird, wusste ich bislang nicht. Darüber hat mich aber meine Freundin Stephie informiert, die nicht nur mit einem Südtiroler liiert, sondern auch der Kulinarik zugetan ist. Die Vorstellung von bissfesten, fencheligen und vollmundigen Nudeln hat mich dazu verleitet, sie gleich auszuprobieren, zumal das Wetter heuer besonders durchwachsen ist.

Schüttelbrotpasta: Herzhaft und zart

So habe ich sie mir vorgestellt und mich sogleich an die Arbeit gemacht. Auf Anraten eben erwähnter Freundin habe ich mich auch nur auf ganz echten Südtiroler Seiten herumgetrieben und überhaupt auf Authentizität und landestypische Rezeptangaben Wert gelegt. Soweit so gefehlt. Der erste Versuch kostete mich 6 volle Bio-Eier und brachte ein derartig schlechtes Ergebnis, dass ich ihn (den Teig) ohne weiteres Probieren, in den Mistkübel warf. Aber der zweite Versuch sollte mich entschädigen. Und so gehts.

Rezept Schüttelbrotpasta (erprobter Art für 2 sehr hungrige Erwachsene)

50g Schüttelbrot (hier habe ich das von Spar Premium genommen, da es laut besagtem Südtiroler sehr nahe an das Original kommt)
250g Mehl, griffig oder doppel-griffig
3 glückliche Eier
30 ml Olivenöl (klingt nach viel, ist es auch, aber passt)

Rezept schnelle Specksauce und geschmolzene Paradeiser

1 Scheibe Bauchspeck, 1 cm dick
etwas Hühnerfond
1-2 Zehen Knoblauch
etwas Schlagobers zum Aufgießen
blanchierte, gehäutete Paradeiser nach Geschmack
Parmesan nach Geschmack

Das Schüttelbrot in einem Mixer oder Blender so fein wie möglich mahlen. Dann die Zutaten zu einem Teig verkneten und in Klarsichtfolie wickeln – mindestens 1 Stunde ruhen lassen. Bei mir ist das Ergebnis am nächsten Tag (!) am besten geworden. Der Teig ließ sich so viel leichter und geschmeidiger verarbeiten. Ausrollen (mit Nudelwalker oder Maschine – ich habe ehrlicher Weise die Maschine genommen) und in rustikale Tagliatelle schneiden. Im leicht wallenden, gesalzenen Wasser etwa 2 Min bissfest kochen – Kostprobe machen!

Für die schnelle Sauce den Speck in Stifte schneiden und in einer Pfanne auslassen und knusprig braten, den Knoblauch pressen und dazu tun – bis er goldgelb und noch nicht verbrannt ist (!). Mit Hühnerfond und etwas Schlagobers aufgießen und etwas einkochen lassen. Zum Schluss blanchierte und gehäutete (muss nicht sein, ich mag sie aber so am liebsten) in grobe Stücke schneiden und in der heißen Sauce etwas schmelzen lassen. Nudeln und Sauce mit frischem Parmesan servieren. Hmmmmmmm!





4 Antworten zu “Schüttelbrotpasta”

  1. Schüttelbrot in der Pasta?! Das ist ja mal ausgefallen. Gefällt mir jedenfalls sehr gut und stell ich mir lecker vor.

    LG,
    Ulrike

    • Eva Eva sagt:

      Liebe Ulrike, das ist es auch (lecker, nämlich). Die Pasta wird kernig und bekommt durch die typischen Gewürze des Schüttelbrotes (Fenchel etc.) eine ganz eigene Note … alles Liebe, Eva

  2. Hi,

    das Rezept sieht extrem lecker aus!

    MFG Philipp

  3. Eva Eva sagt:

    Lieber Philipp, das sieht nicht nur so aus, es schmeckt auch herrlich! :-)

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