Die perfekten Vanillekipferl nach Omas Rezept oder zum Scheitern verurteilt

 Zubereitungsdauer: ca. 40 Min. (+ ca. 1 Std. Kühlzeit und 10-12 Min. Backzeit)
 für 2 Backbleche
 Schwierigkeitsgrad: leicht
Zutaten
140 g Mehl, glatt
35 g Zucker
75 g Mandeln, gemahlen
125 g Butter
Vanille-Staubzucker zum Bestreuen (unendlich viel)
Spezielles Equipment
Keines optional eine Küchenmaschine
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Die perfekten Vanillekipferl nach Omas Rezept oder zum Scheitern verurteilt

 

Niemand scheitert so schön, so elegant und so dramatisch wie ich. Bereits lange Zeit bevor der Ausgang irgendwelcher Pläne oder Ideen abzusehen ist, ja meist lange bevor ich überhaupt mit etwas beginne, steht das Scheitern im Raum. Wie der berühmte Elefant. So schnell kann ich gar keine Überlegung fassen, wie er ganz plötzlich, spätestens aber beim zweiten Gedanken mitten im Zimmer steht. Bunt geschmückt und mit lieb-vertrotteltem Blick. Meistens bemerke ich ihn längere Zeit gar nicht. Gedankenverloren kraule ich seine Ohren bis mir bewusst wird: Da ist er ja wieder.

 

Ich scheine allerdings mit dieser Angewohnheit nicht alleine zu sein. Zuletzt unterhielt ich mich mit einem ganz wunderbaren, schönen, lebenserprobten Menschen und bemerkte: Auch bei ihm steht ein ganz schön großer Elefant im Raum. Weggewischt und abgetan. Das brauchen wir gar nicht probieren. Das wird ohnehin nichts. Das ist ganz, ganz schwer. Hab nicht genug Zeit. Nicht genug Möglichkeiten. Bin ich nicht gut genug. Das beginnt beim Blick auf sich selbst, bei inspirierenden Ideen, die es noch zu erleben gilt und vor allem bei dem, was ist, weil wir sind, wer wir sind.

 

Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt. (Ingmar Bergmann)

 

Die Erwartungshaltung an uns selbst, an unser Leben, an unsere Träume verstellt so manchem den Blick auf das was gelungen ist. Auf das, worauf wir stolz sein können. Wofür wir gearbeitet haben und was uns vielleicht auch einfach in den Schoß gefallen ist. Wofür es keiner Leistung bedurfte. Worum wir uns nicht bemüht oder etwas erkämpft haben. Fast schon beschämt winken wir ab:“ Das war keine Leistung.“ Na und? Es darf gut sein ganz ohne Anstrengung.

 

Vielleicht ist es Zeit, den Elefanten zurück in die Savanne und alte Glaubenssätze über Board zu schmeißen? Vielleicht sind wir gar nicht zum Scheitern verurteilt? Vielleicht ist die Zeit gekommen, wo Schönes ganz einfach und unverschämt zuversichtlich geschieht? Weil wir es verdienen, weil wir gut sind, in dem was wir tun oder einfach nur manchmal Glück haben. Weil das alles sein darf – für uns.

 

Und während wir das  fest üben lassen wir die perfekten Vanillekipferl nach Omas Rezept auf unserem Gaumen schmelzen. Die sehen zwar nicht perfekt aus, schmecken aber genau so, wie sie sein müssen. Einfach gut genug.

Zubereitung

1. Für die Vanillekipferl die Butter mit dem Mehl, dem Zucker und den Mandeln verbröseln. Am besten gelingt mir das indem ich die Butter mit einem Buttermesser mit den trockenen Zutaten vermenge – irgendwann verbindet sich die Butter mit den trockenen Zutaten zu einer Masse. Ab und zu die Fingerspitzen beim Verbröseln (verreiben) dazu nehmen. Noch einfach gelingt dies mit einer Küchenmaschine.

 

2. Sobald ein Teig entstanden ist, zu zwei Strängen rollen. In Frischhaltefolie wickeln und zumindest 45 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

 

3. Den Ofen auf 175 Grad Ober- Unterhitze vorheizen. Den ersten Teigstrang aus dem Kühlschrank nehmen und gleichmäßige Stücke abschneiden. Diese zu kleinen Kipferl formen – kleine Stränge rollen und eindrehen. Dies sollte rasch geschehen, damit der Teig nicht zu weich wird.

 

4. Alles für etwa 12 Minuten backen – die Spitzen der Kipferl beginnen sich zart braun zu färben, dann sind sie richtig.

 

5. Noch warm auf dem Blech dick mit Vanille-Staubzucker bestreuen. Unbedingt noch warm eines verkosten.

Tipp

Ich lege unter das Arbeitsbrett und sogar unter das Backblech Kühlakkus – so bleibt der Teig stabil kühl.

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