Die Unruhe, es nicht erledigt zu haben

Kapitel 4

Der frostige Jänner lädt uns zur Stille ein. Türen und Fenster fest verschlossen hält er für uns einen leeren Raum bereit. Diese Stille zu spüren, auszuhalten und bewusst zu erleben scheint wichtiger, aber auch herausfordernder denn je.

„Wenn aller Lärm erstummt kriecht sie in uns hinauf: Die Unruhe, es nicht erledigt zu haben.“

Das letzte Jahr hat sich zur Ruhe gesetzt und Neues geboren. Noch klein und auch etwas fremd liegt 2021 vor uns, so manch einer spürt die Erschöpfung der letzten Monate noch in den Knochen. Zwischen Neubeginn und Abschied, zwischen Dunkelheit und Licht liegt ein Raum, der sich unendlich auszudehnen scheint. Ein Vakuum das uns dazu bringt ein bisschen genauer hinzusehen, hin zu spüren und auszuhalten.

 

Kaum eine Pause erwarte ich so sehnsüchtig, wie die im Jänner. Die Weihnachtsfeiertage sind vorbei, der Trubel hat sich gelegt, die Arbeit ruht für diesen einen Moment. Ich nehme mir vor Bücher zu lesen, zu kochen – nur für mich – mich den Gedanken hinzugeben und nichts zu tun zu haben. Doch hält diese Zeit auch eine Überraschung für mich bereit: Während das Außen etwas stiller scheint, meldet sich mein Innen plötzlich lauthals zu Wort. „Du könntest doch jetzt …“. „Jetzt wäre doch die Gelegenheit für …“. Wie ein Tiger im Käfig streune ich auf und ab. Die Ruhe auszuhalten, erscheint mir manchmal schwieriger, als im Tun zu bleiben. Aber warum?

„Jeder Körper beharrt in seinem Zustand der Ruhe oder der gleichförmigen Bewegung, wenn er nicht durch einwirkende Kräfte gezwungen wird, seinen Zustand zu ändern.“ (Isaac Newton)

Isaac Newton beschreibt in seinem physikalischen Gesetz der Trägheit das Bestreben in seinem Zustand zu verharren. Kommen wir aus dem Tun, sind wir bestrebt, weiter zu machen. Die Gedanken, die Unruhe, die zahllosen To-Do-Listen, die mahnend aufsteigen während wir versuchen zu entspannen, scheinen also nicht mehr zu sein als ein Echo. Ein Aufbäumen, ein Festhalten eines Zustandes. Eine geübte Erinnerung, der wir uns auch bewusst entgegen setzen können, um in einen neuen Zustand kommen. In einen, der es uns erlaubt, Kraft zu sammeln und Zufriedenheit über das Getane zu üben.

 

 

Die Zufriedenheit über die getane Arbeit

 

 

Im Mittelpunkt unserer Jänner-Ausgabe steht deshalb die Zufriedenheit über die getane Arbeit. Sie steht als Symbol für einen Transformations-Prozess vom Tun in die Pause. Eine Einladung, uns das was wir getan haben, auch genauer anzusehen und damit zufrieden zu sein. Und einen liebevollen Blick auf das zu richten, was wir getan und geleistet haben.

 

Das Rezept des Monats ist ein winterlicher Wurzelstampf aus Erdäpfeln und Petersilienwurzeln, eingelegte Artischockenherzen und knusprige Chips aus dem Ofen. Ein Gericht, das uns mit seinen Aromen und Vitalstoffen des Winters betört und nach einer verdienten Pause schmeckt. Die Petersilienwurzel ist auch gleich unser Moodfood des Monats – verkümmert sie doch allzu oft als reines Suppengemüse in den Kühlschränken. Dabei liefert uns diese Wurzel wertvolle Inhaltsstoffe für die dunkle Jahreszeit.

 

In unserer Kolumne „Essen & Gesellschaft“ erkennt Stephie diesen Monat mit „Also sprach der Macaron“, dass auch dem Misserfolg ein Erfolg inne wohnt und warum sich das Backen von Macarons für diese Erkenntnis hervorragend eignet. Karin von Jubeltage inspiriert uns im Audio-Impuls, wie uns die Transformation von der Bewegung in die Ruhe gut gelingen kann und erinnert uns, dass die Kunst des Ausruhens ein Teil der Kunst der Arbeit ist.

 

In der neuen Podcastfolge spreche ich diesmal mit Isabella Engelberger, einer Naturfrisörin, die uns nicht nur wertvolle Informationen liefert, wie unsere Haarpflege unseren ganzen Organismus beeinflusst, sondern spricht auch über ihr Konzept, warum sie in ihrem Salon stets nur eine einzige Kundin empfängt und so einen besonderen Ort der Ruhe und Kraft schaffen will.

 

Kathrin spricht in diesem Jänner Klartext, über die Farben und Möglichkeiten, die uns ein Jahreskreis schenkt und über die Entscheidungen, die wir selbst treffen können. Und Nora befreit sich in dieser Jänner Ausgabe von den weihnachtlichen Accessoires und freut sich auf den beginnenden Neustart, der sich auch in ihrem Zuhause widerspiegelt.

 

Zu Gast ist diesmal die erfolgreiche Foodbloggerin „Die Glücklichmacherin“ Nadin aus dem westlichsten Zipfel Österreichs, Vorarlberg, und teilt mit uns mit ihrem schlichten, aber raffinierten Schokoladen-Kardamom Guglhupf Rezept ihre Freude über den Jänner. Der Monat, der ihr nicht nur ihren Sohn, sondern auch ein neues Lebensgefühl geschenkt hat.

 

Und last but not least könnt ihr euch auch diesen Monat wieder ausgewählte Inspirations-Bilder unserer Fotografin Amélie Chapalain herunterladen und euch damit auf den kommenden Monat einstimmen.

 

Ich wünsche Euch von Herzen eine wohlverdiente Pause, einen liebevollen Blick auf euch selbst und Zuversicht für das noch so kleine 2021!

 

Kocht gut, seid gut – eure

 

Wir sind übrigens nur die eine Seite des Abos –  und ihr seid die andere. Schreibt uns eure Gedanken, tauscht euch hier oder in der Facebook-Gruppe (mit uns) aus, schickt Mails und Brieftauben, hinterlasst uns Kommentare (die können nur Mitglieder lesen), stellt uns Fragen, gebt uns Einsichten über eure Gefühlswelten und um Himmels willen – haltet euch nicht zurück!

 

Ich werde jede einzelne Zeile lesen und beantworten. Versprochen.

 

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