Echt steirische Pinzen oder Gutes pflegen, Neues bewegen

 Zubereitungsdauer: ca. 60 Minuten (+ ca. 12 Stunden Ruhezeit + 20 Min. Backzeit)
 für 7 Pinzen á 140 g
 Schwierigkeitsgrad: mittel
Zutaten
Ansatz
2 g Anis
1/8 l Weißwein

 

Germteig (Hefeteig)
1/8 l Milch
500 g Mehl, glatt
4 Bio-Eidotter
30 g frische Germ
70 g Staubzucker
1 Bio-Zitrone (Schale)
1 El Vanille-Zucker
100 g Butter, zerlassen
1 Prise Kardamom
1 Bio-Ei, versprudelt zum Bestreichen
Spezielles Equipment
Küchenmaschine (es wird viel geknetet)
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Echt steirische Oster-Pinzen oder ohne Socken, kein Ostern

 

Meine Großeltern hatten ein Haus. Am Hügel mit Garten. Und Stube. In dieser Stube haben wir immer gemeinsam gefeiert. Ostern, zum Beispiel. Da wurde das gute Geschirr hervorgeholt und die befüllbaren Pappmaché Eier mit Osterhasen-Motiven zierten jedes Jahr unseren Tisch. Und jedes Jahr aufs Neue befanden sich Socken darin. Also, wir durften natürlich auch die bunten Oster-Eier und Süßigkeiten im Garten suchen, aber die Socken, die hatten bei uns eine so große Bedeutung, dass sie sogar auf den Tisch gehörten.

 

Und bis heute gehören sie für mich an Ostern einfach dazu. Genauso wie Geselchtes, gefärbte Eier und das Pecken derselben, tränentreibender Kren und … unsere geliebten Oster-Pinzen.

 

pinza [pintsa] f: ital. für Zange, Schere

 

Ihren Ursprung dürfte die Pinze in Friaul gefunden haben – dort wurde La Pinza zu Weihnachten oder Neujahr gebacken. Von dort wurde das Rezept über das angrenzende Görz, das damals noch zu Österreich gehörte, bis nach Graz überliefert, das bis heute als Hochburg der österlichen Pinzen gilt. Das Germgebäck wird traditionell mit der Schere in ihre besondere Form geschnitten. Bis heute findet man sie in der Steiermark auf den meisten Familientischen zum großen Fastenbrechen an Ostern.

 

 

Wein, Wein – nur Du allein!

 

Jetzt ist die steirische Pinze nicht einfach nur ein weiteres süßes Weißbrot. Bereits am Vortag wird Weißwein mit Anis versetzt, um den unvergleichlichen Geschmack zu erhalten. Und dieser ist so gut, dass ich ihn mit Euch teilen will – um Gutes zu erhalten und vielleicht bei Euch sogar Neues zu bewegen – probiert sie aus!

 

Frohe Ostern, ihr Hasen!!!

Zubereitung

1. Am Vortag den Weißwein mit dem Anis versetzen und zugedeckt mindestens 12 Stunden lang ziehen lassen. Am nächsten Tag abseihen – Vorsicht, nicht den Wein ausgießen.

 

2. Am nächsten Tag den Weißwein mit lippenwarmer Milch, der frischen Germ und einem Esslöffel von der abgewogenen Menge Zucker versprudeln – soviel Mehl von der ebenso abgewogenen Menge zugeben, dass ein dickflüssiger Brei entsteht. Mit Mehl bestreuen und zugedeckt gehen lassen – dies dauert an einem warmen Ort etwa 30 – 40 Minuten. Erkennen könnt ihr, dass das Dampfl (eben Mischung aus Wein, Milch, Germ, Mehl und Zucker) richtig arbeitet, wenn deutlich Risse in der drauf gestreuten Mehlschicht entstanden sind.

 

3. Nun die Dotter, die Zitronenschale, Kardamon, den restlichen Zucker miteinander verrühren.

 

4. Die Butter am Herd zerlassen. Das Dampfl mit dem Mehl und abwechselnd Butter und Dottermischung verkneten bis ein glatter Teig entsteht, der sich vom Schüsselrand löst. Zugedeckt 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

 

5. Den Teig durchkneten bis die Luft draußen ist und in sieben gleich große Teile á 140 g schneiden. Jeweils die Teiglinge rund formen – dies geschieht am besten indem man den Handballen zur Hilfe nimmt und die Teiglinge am Brett rollt – im Volksmund besser bekannt unter „Pinzen schleifen“. Zugedeckt 30 Minuten gehen lassen.

 

6. Den Ofen auf 180 Grad Ober- Unterhitze vorheizen. Die Pinzen von der Mitte ausgehend drei mal sternförmig einschneiden. Mit einem versprudelten Ei bestreichen und ca. 20 Minuten goldbraun backen.

Tipp

Die Pinzen werden bei uns mit Butter und Geselchtem oder Beinschinken,  frisch geriebenem Kren und einem gekochten Ei belegt, genossen.

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2 Comments
  • Simone

    30. April 2019 at 14:47 Antworten

    Du schreibst bei deinem Pinzenrezept von Milch,
    bei den Zutaten ist aber keine angeführt?
    Bitte um kurze Info!
    Danke!

    • Eva

      30. April 2019 at 16:16 Antworten

      Hello, vielen Dank fürs genaue Lesen!!! Da hat sich wohl ein Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen … 125 ml Milch gehören rein. Ich bessere es gleich in der Zutatenliste aus – die Aktualisierung wird wahrscheinlich aber erst angezeigt, wenn Du Cookies löscht …

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