Lieblingsplätze: Zu Gast am Weingut Nigl in Niederösterreich

Entlang des Kremsflusses in die Weingärten zum Weingut Nigl: Ein Refugium am Fuße der Ruine Senftenberg

 

 

Wenn der langersehnte Sommer die Straßen der Stadt unerbittlich in ein brütendes Untier verwandelt, zieht es uns hinaus. Aufs Land. Ins Grüne.  Ab und an auch mit Freunden, so wie dieses Mal. Aufs Geratewohl zum Weingut Nigl. Der Wein war bekannt, das Gut noch nicht – wir wurden verzaubert, durften in eine scheinbar heile Welt entfliehen und uns ausruhen.

 

Zusammen bleibt, was zusammen gehört

 

Das Weingut Nigl liegt etwa 55 Minuten hinter Wien inmitten des Kremstals, eingebettet in die Weinhügel am Fuße der malerischen Ruine am Senftenberg. Den Familienbetrieb konnten wir das Wochenende über spüren. Die Handschrift unterschiedlicher Menschen, die zusammen gehören. Im Guten Sinne. Aus der Küche, in der Flasche und im Service. Der Anspruch hoch in bodenständiger, geerdeter Weise. Die Verbindung persönlich.

 

Der Hof aus dem 12. Jahrhundert lädt liebevoll mit viel Sinn für Details seine Gäste zum Verweilen ein. Hinter dem Eingangstor öffnet sich ein kleiner Garten mit Schatten spendenden Bäumen und kleinen Rückzugsräumen. Ein Detail, das vielleicht nicht sofort ins Auge springt, aber bei längerem Aufenthalt positiv auffiel – die Möglichkeit sich auch als Gruppe etwas zurück ziehen zu können.

Aufhalten und übernachten

 

So unkompliziert und selbstverständlich die Betreuung war, so stilvoll zeigen sich auch Stube, Gasträume und Zimmer. Nicht einfach, dies in einem Jahrhunderte alten Hof gelingen zu lassen. Groß war vielleicht die Versuchung gewesen mit allzu modernen Elementen auf den Zug vieler Winzer aufzuspringen, die ihre Höfe zu Design-Chalets verwandeln ließen. So besticht dieser kleine Hof mit 7 Zimmern und 4 Suiten vor allem durch das Erhalten des alten Charmes und das vorsichtige Einpassen an moderne Ansprüche.

 

 Essen und Trinken

 

Vergeblich sucht man hier auf der Karte nach Meeresfrüchten und Schäumchen. Gut und bodenständig – nicht außergewöhnlich. Und genau das, macht die Anziehung aus. Eine gute Frittatensuppe, so wie man sie von Oma kennt. Alles haus- und handgemacht. Kein Gschisti-Gschasti. Das was auf den Teller kommt ist gut zubereitet und einfach – für mich persönlich die Königsdisziplin, weil man sich nicht verstecken kann.

 

Die Weine sind hinlänglich bekannt, auch über das Kremstal hinaus, findet man den Nigl Wein zu kaufen, zu trinken und zu genießen. Jedenfalls einen Kurztrip wert – die Kellerführung mit Verkostung.

Fazit

 

Wer es lieber einfach als kompliziert und lieber klein als groß hat, wird seine Auszeit am Weingut Nigl genießen können (wer mit Kindern unterwegs ist, schaut doch mal auf den Erlebnis-Bauernhof „Obenauf“). Lieber mit Freunden als mit Kindern, denn für die Kleinen – auch wenn herzlich willkommen – gibt es wenig Spielraum vor Ort. Das Preis-Leistungsverhältnis ist stimmig, wenn auch gehobener. Abseits der großen Wein-Erlebnis Tempel eine wohltuende Abwechslung.

Tipp

Eine kleine Wanderung auf die Ruine am Senftenberg lässt das Backhendl leichter verdauen und bietet einen umwerfenden Blick ins Land.

 

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1 Comment
  • Das Mädel vom Land

    8. Juni 2018 at 22:20 Antworten

    Sehr schöne Bilder hast du da wieder gemacht … Vom Nigl kenn ich den Wein, jetzt schaut es so aus, als müsste ich ihn selbst auch mal besuchen 🙂
    Liebe Grüße!

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